Migraine

Migräneanfälle sind nur äußerst schwer objektivierbar. Sie stellen darüberhinaus auch volkswirtschaflich gesehen einen wichtigen Faktor im Arbeitsmarkt dar. Eine Behandlung erfolgt in zweierlei Hinsicht. Zum Einen kann man versuchen, durch eine vorbeugende Gabe von Arzeimitteln die Häufigkeit zu verringern, zum Anderen muss beim Auftreten des Anfalls ein Schmerzmittel verabreichen. Nun steht uns mit dem quantitativen EEG eine Möglichkeit zur Verfügung, im Intervall (also zeitlich zwischen den Anfällen) eine möglicherweise vorliegende Abweichung der elektrischen Hirnaktivität von der Norm festzustellen. Im positiven Fall läßt sich dann auch eine rationale Therapie durchführen, indem man ein Medikament auswählt, das in der Lage ist, die "gestörte" Frequenz zu beeinflussen. Das quantitative EEG (neo-CATEEM®) eröffnete damit eine Möglichkeit, die bereits sehr erfolgreich von unserer Forschungseinrichtung genutzt wurde. Im unten gezeigten Beispiel kann man eine deutlich überhöhte alpha1 Aktivität im linken seitlichen Frontalhirn (Elektrodenposition F7) sowie ebenso deutlich überhöhte alpha2 Aktivität im rechten Frontalhirn (F8) sowie im Schläfenlappen (T6) erkennen. Die elektrische Hirnaktiviät wurde hierzu über 3 Minuten gemessen und automatisch mit der Datenbank abgeglichen. Der dokumentierte Abweichungsindex von 4 signalisiert eine statistische Wahrscheinlichkeit von 10 000 zu 1, dass es sich hier um einen pathologischen Befund handelt.

Therapiekontrolle:Zum Einen läßt sich die mittlere elektrische Aktivität über einen Zeitraum von z.B. 3 Minuten numerisch darstellen. Zum Anderen erlaubt das Ergebnis einen statistischen Vergleich mit einer Normgruppe (250 gesunde Personen (männlich und weiblich) zwischen 18-90 Jahren), um die Abweichung der Aktivität in Form eines Indexes (AI=Abweichungsindex) getrennt nach geöffneten und geschlossenen Augen (je nach Ableitebedingung) festzustellen. Die Ableitung vor der Behandlung bzw. nach der Behandlung dient zur Therapiekontrolle. 

Durch jahrelange tierexperimentelle Forschung konnten wir den von uns definierten Frequenzbereichen die chemische Aktivität des Gehirns in Form von Botenstoffen (Neurotransmittern) zuordnen.

Acetylcholin-delta (rot), Noradrenalin-theta (orange), Serotonin-alpha1 (gelb),Dopamin-alpha2 (grün), Glutamat-beta1 (türkis), GABA-beta2 (blau)

Informationen zum neo-CATEEM® : EEG - Messung , Dokumentation und Interpretation  finden Sie unter Elektroenzephalograph

Pubikationen:

Vonderheid-Guth B, Todorova A, Wedekind W, Dimpfel W (2000) Evidence for neuronal dysfunction in migraine: concurrence between specific qEEG findings and clinical drug response - a retrospective analysis. Eur. J. Med. Res. 5: 473-483.

Sauer S, Schellenberg R, Hofmann H-C, Dimpfel W (1997) Functional Imaging of Headache - First Steps in an Objective Classification of Migraine. Eur. J. Med. Res. 2: 367 - 376.

Dimpfel W (2012) Spectral Signature of Time Averaged EEG Source Density During Brain Disease in Comparison to a Norm Database of 300 Healthy subjects. Poster - ICNE 2012 2nd International Congress of Neurology & Epidemiology, Nice, France.

Dimpfel W, Hofmann H-C (2013) Normalized Distribution of EEG Frequencies within One Map Based on Source Density Analysis for Individual Recognition of Pathological Features: Poster -WCN 2013 XXI World Congress of Neurology, Vienna, Austria.