Elektropathogramm Epilepsie

EEG-Ableitungen sind fester Bestandteil der Epilepsiediagnostik. Allerdings beschränken sich die Untersucher in der Regel auf die subjektive Beurteilung des Roh-EEG`s. Hans Berger, der Entdecker der Elektroenzephalographie beim Menschen schlug bereits 1932 zusammen mit Dietsch vor, die Signale hinsichtlich ihres Frequenzgehaltes zu analysieren. Auf Grund der etwas sperrigen mathematischen Formel der für diese Berechnung angewandten Fourier Transformation benötigte er 4 Wochen für die Transformation einer kurzen Episode des EEG. Heute werden die Signale mit Hile der Fast Fourier Transformation online und in Echtzeit Computer-gestützt berechnet, und das Ergebnis ist sofort kontinuierlich auf dem Monitor sichtbar. Der große Vorteil einer solchen quantitativen, objektiven Darstellung des Ergebnisses einer EEG Ableitung liegt auf der Hand.

Zum Einen läßt sich die mittlere elektrische Aktivität über einen Zeitraum von z.B. 3 Minuten numerisch darstellen. Zum Anderen erlaubt das Ergebnis einen statistischen Vergleich mit einer Normgruppe (250 gesunde Personen (männlich und weiblich) zwischen 18-90 Jahren), um die Abweichung der Aktivität in Form eines Indexes (AI=Abweichungsindex) getrennt nach geöffneten und geschlossenen Augen (je nach Ableitebedingung) festzustellen.

In unserem Beispiel betrug dieser Index 4, was einer statistischen Signifikanz von 10 000 zu 1 für das Vorhandensein einer pathologischen Abweichung von der Norm entspricht. Das pathologische Hirnstrommuster eines 14 jährigen Jungen ist in der Abbildung numerisch wie auch als Karte dargestellt. Auch wenn man sehr kurze Perioden von 364 Millisekunden analysiert, kann man feststellen, dass dieses Muster in den gemittelten Daten (180 sec. = 3 Minuten) enthalten ist. Das dieser kurzen Epoche entsprechende Signal ist im Rohsignal aufgehellt dargestellt. Auffällig  und statistisch abgesichert ist in diesem Fall die überhöhte Aktiviät der theta-Wellen (orange) auf der Elektrodenposition T3 (vorderer linker Schläfenlappen).Der Patient wurde erfolgreich (keine Krämpfe mehr) mit einer niedrigen Dosis von Valproinsäure behandlelt, worauf die Abweichung im EEG nicht mehr nachweisbar war. Die Ableitung vor der Behandlung bzw. nach der Behandlung dient zur Therapiekontrolle.

Durch jahrelange tierexperimentelle Forschung konnten wir den von uns definierten Frequenzbereichen die chemische Aktivität des Gehirns in Form von Botenstoffen (Neurotransmittern) zuordnen.

Acetylcholin-delta (rot), Noradrenalin-theta (orange), Serotonin-alpha1 (gelb),Dopamin-alpha2 (grün), Glutamat-beta1 (türkis), GABA-beta2 (blau)

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